Camping Merendella
Camping Merendella, Moriani-Plage
Aufenthalt: 17.05. - 18.05.2010
Nach dem letzten Winter ist ein großer Teil des einstmals breiten Strandes verschwunden, stattdessen liegen lose Kiesel herum. Sogar der Holzboden um die neue Strandbar herum wurde unterspült und liegt jetzt zu mehr als der Hälfte abgebrochen fast im Meer. Vor dem Platz schwimmt ein riesiger Saugbagger im Meer und spült knatternd Unmengen von Sand an Land, der von einem weiteren Bagger verteilt wird. So versucht man offenbar, den Strand wieder herzustellen. Wann die Arbeiten beendet sein werden, war nicht zu erfahren.
Dafür ist der große Pool mit dem verschiebbaren Dach fertig. Als ich da war, war das Dach noch geschlossen, drinnen tropische Temperatur, auch das Wasser angenehm warm. Der Vorraum mit Duschen und Sauna wunderschön mit Holz ausgekleidet.
Dieser von mir oft hoch gelobte Platz hat sich seit dem letzten Jahr leider auch noch in anderer Hinsicht verändert. Der Arbeiter, der mich im letzten Jahr noch so erfreut begrüßt hat, ist nicht mehr da. Er hat offenbar die Ankündigung wahr gemacht, wegen des Pächterwechsels nach der Saison 2009 zu kündigen. So ist nun das letzte aus alten Tagen bekannte Gesicht auch noch vom Platz verschwunden. Der Platz selbst macht in den hinteren Reihen einen ungepflegten Eindruck. Nirgendwo sind Mülleimer aufgestellt. Es ist, wohl auch wegen der noch sehr schwachen Belegung des Platzes, nur eine einzige Toilette offen, in der zudem das Licht nicht funktioniert und die auch nicht mehr so akkurat gereinigt zu werden scheint. Toilettenpapier gibt's auch keins mehr, die Rollenhalter sind abmontiert. Nachts wird die Beleuchtung des Platzes nicht eingeschaltet. Die neuen Arbeiter, die sich um den Platz kümmern, machen den Eindruck, als müssten sie im Akkord arbeiten, für ein paar nette Worte also keine Zeit. Ein Bäcker kommt morgens auch keiner mehr vorbei. Bei all den negativen Veränderungen nützen auch die lächerlichen Gipsskulptürchen nichts, die die Madame im letzten Jahr hat aufstellen lassen.
Die neue Madame gibt sich bei der Abreise dann auch leicht zickig: Angesichts meiner noch holprigen Versuche im Französischen kommt sie zu der Annahme, ich würde sie nicht verstehen. Daraufhin macht sie sich ungeniert gegenüber ihrer Kollegin über die Gäste lustig!
Fazit: Schön ist der Platz immer noch, vielleicht wird er auch, wenn er wieder voll in Betrieb ist, genauso gepflegt sein wie vor dem Pächterwechsel. Aber das einmalige fast familiäre Miteinander zwischen Gästen, Betreibern und Mitarbeitern ist dahin. Schlimmer noch, die Madame neigt zu leicht unhöflichen Allüren. So wie auch die langjährigen Stammgäste aus Holland mit ihren Segelbooten nicht mehr gekommen sind, werde auch ich versuchen, den Platz zu meiden.
Kritik von Uli Porath, 13. 6. 2010
Lage des Camping Merendella
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